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Vormittag

In der Primarstufe (1-4)

Die Freiarbeit ist das wesentliche Kernstück des Unterrichtsvormittages und nimmt somit auch die überwiegende Zeit in Anspruch. In der Freiarbeit erarbeiten und üben die Kinder Inhalte nahezu aller schulischen Bereiche (Deutsch, Mathematik, Sachthemen, Englisch, Musik, Kunsterziehung, Ethik, Religion) nach dem Prinzip der Kosmischen Erziehung (siehe „Pädagogik“). Das Kreisgespräch im Klassenverband, Material- und Heftarbeit, Angebote und Darbietungen für einzelne Kinder oder Gruppen von Kindern, die Projektarbeit zu selbst gewählten Themenbereichen und deren Präsentation, sowie die vertiefte stille Einzelarbeit sind Bausteine dieser Zeit. Die Schülerinnen und Schüler wählen Gegenstand, Zeitpunkt und Dauer ihrer Arbeit nach Möglichkeit selbstständig. Ebenso können sie sich (außer in der Einzelarbeit) mit selbst gewählten Partner/n zu Lernteams zusammenschließen. Dadurch übernehmen sie frühzeitig Verantwortung für ihr eigenes Lernen, sowohl die Inhalte, als auch die Organisation betreffend. Sie werden von den PädagogInnen bei ihrem Tun aufmerksam beobachtet und je nach Bedarf helfend begleitet.

Parallel zur Freiarbeit findet in jeder Schulwoche eine Stunde konfessionell getrennter Religionsunterricht statt, an dem alle getauften Kinder bis auf Widerruf teilnehmen. Für alle bekenntnislosen SchülerInnen besteht die Möglichkeit der Teilnahme auf besonderen Antrag hin.

 Englisch gesprochen, gesungen oder gespielt wird regelmäßig in jeder altersgemischten Lerngruppe, so dass die Kinder von der ersten Klassenstufe an der Fremdsprache begegnen. Im vierten Schuljahr findet eine zusätzliche Stunde Englisch in der altershomogenen Gruppe (halbe Klassenstärke) zur Intensivierung und Abrundung statt.

 Werken/textiles Gestalten und Sport bestimmen einen Tag in der Woche. Hierbei sind die Kinder je zweier Klassen in die Altersgruppen 1/2 und 3/4 zusammengefasst.

 Besondere Angebote während der Freiarbeit stellen die musikalische Grundausbildung für 1/2, das musikalische Zusatzangebot für 3/4 und der Schulchor dar, die wöchentlich während je einer Schulstunde stattfinden. Die Kinder können sich jedes Schuljahr für diese Angebote entscheiden.

 Regelmäßig trifft sich der Schülerrat, bestehend aus je zwei gewählten VertreterInnen pro Klasse. In jedem Schuljahr werden aus jeder Klasse zwei Kinder der dritten Jahrgangsstufe zu Streitschlichtern ausgebildet.

 Zweimal wöchentlich nehmen die Kinder der Klassenstufen 1/2 in ihrer unterrichtsfreien Zeit (45 min) bis zur Abfahrt der Schulbusse an der kleinen Mittagsbetreuung teil. Diese wertvolle gemeinsame Spiel- und Begegnungszeit wird von je zwei pädagogischen Mitarbeiterinnen betreut.

In der Sekundarstufe (derzeit 5/6 und 7/8)

In dieser Altersstufe kommt zu der in den vier Grundschuljahren schon verinnerlichten Freiarbeit nun auch die Notwendigkeit hinzu, Lernprozesse stärker zu planen und noch mehr Verantwortung für den eigenen Lernfortschritt zu übernehmen. So werden die Jugendlichen verstärkt angehalten, in möglichst eigener Planung und Organisation die Lerninhalte der Fächer Deutsch, Mathematik, Geschichte, Biologie, Geografie, Physik und Chemie erarbeitet.  Ebenso fließen in die individuelle Planung Inhalte der musischen und kreativen Fächer sowie aus Religion, Ethik und Englisch ein. Wichtige Bestandteile der Freiarbeit sind ebenso das tägliche Unterrichtsgespräch im Morgenkreis, Themen- bzw.  Lernmaterialdarbietungen, die konzentrierte Einzelarbeit sowie die kooperative Partner- oder Gruppenarbeit. Von den Schülern gehaltene Referate, fächerübergreifende Projekte  und Kurse unterschiedlichster Art aus den Bereichen der Kosmischen Erziehung, der Hauswirtschaft, aus Technik, Musik  oder Kunst finden parallel zur Freiarbeit statt ebenso wie ergänzende fakultative Fremdsprachengruppen.


Im Lernbereich Sprache wird in der Sekundarstufe neben der Erweiterung der Grammatikkenntnisse und der Festigung der Rechtschreibfähigkeiten besonders der kreative Umgang mit Sprache gefördert, z.B. in Theater- und Schreibwerkstätten oder in einer Schülerzeitung.
Die Theaterarbeit birgt neben der fächerverbindenden Aufgabe auch eine wichtige soziale Komponente: die Jugendlichen können in der schwierigen Phase der Pubertät durch die darstellende Kunst zu neuen Ausdrucksformen finden. Dabei schulen sie ihre soziale Kompetenz in puncto Kooperation, Toleranz und Interaktion, entwickeln ihr Selbstbewusstsein und stärken ihr Selbstwertgefühl.


Für den Lernbereich Englisch gibt es in der Sekundarstufe speziell ausgebildete Fachlehrer, die mit den Schülern zum einen in differenzierten Lerngruppen  arbeiten und ihnen zum anderen entsprechende, auf den jeweiligen Leistungsstand abgestimmte Übungen für die selbstständige Bearbeitung in der Freiarbeit mitgeben. Dort stehen ihnen ergänzend auch verschiedenste Lernmaterialien zur Verfügung. Desweiteren wird der Fremdsprachenunterricht ab der 5. Klasse fakultativ durch das Fach Französisch ergänzt. Daran können alle Interessierten teilnehmen, ist aber insbesondere für die Schüler relevant, die als Ziel das Fachabitur haben.


Ausgehend von den Problemen der Alltagswelt und anregenden mathematischen Fragestellungen soll in der Sekundarstufe vor allem  der Bezug zwischen Mathematik und Lebenswelt verdeutlicht werden. Neben der Arbeit mit konkreten Lernmaterialien, der Verinnerlichung abstrakter Rechenverfahren und der Auseinandersetzung mit geometrischen Lerninhalten gewinnt nun das Sachrechnen und das Rechnen mit Größen zunehmend an Bedeutung. Sinnvolle Verbindungen zu den verschiedenen Arbeitsfeldern, wie z.B. Handwerk, Wirtschaft und Technik, werden stets angestrebt.


Im Lernbereich Naturwissenschaften stehen den Jugendlichen innerhalb der Freiarbeit die verschiedensten Lernmaterialien für die Bearbeitung der verschiedensten Themen zur Verfügung. In den Fächern Erdkunde, Geschichte, Physik, Chemie und Biologie wird der Lernstoff entsprechend der Stundentafel in mehrwöchigen Epochen unterrichtet, die oft einen aktuellen Bezug zur Jahreszeit, zu politischen Themen oder zu Exkursionen haben. Den Jugendlichen ist dadurch ein intensiveres Eintauchen in das entsprechende Thema möglich und somit eine bessere Verinnerlichung gewonnener Erkenntnisse. Arbeitsblätter oder Lernaufträge mit einem verpflichtenden Pensum werden am Anfang der Epoche ausgegeben. Die Schüler teilen sich die Bearbeitung in einem groben Zeitrahmen selbst ein und entscheiden auch, welche Aufgaben sie zu Hause oder in der Schule erledigen können.


Musik- und Kunsterziehung finden in der Sekundarstufe verstärkt  über Angebote und Kurse bzw.  fächerübergreifende Projekte statt. Je nach Neigungen und Fähigkeiten treffen sich die Jugendlichen im Lernbereich „Musik“ in Arbeitsgruppen, erarbeiten z.B. Referate zu Komponisten, singen im Chor, studieren einen Tanz für eine Aufführung ein oder haben Instrumentalunterricht, der auch in ein Schulorchester einfließt. Im Bereich „Kunsterziehung“  werden z.B. innerhalb einer Unterrichtsepoche Kunstrichtungen und Kunststile berühmter Maler unter die Lupe genommen und die gewonnenen Erkenntnisse in eigenen Bildgestaltungen umgesetzt werden. Desweiteren haben die Schüler die Möglichkeit, sich im Rahmen der Freiarbeit mit vorbereiteten Materialien und Techniken selbstständig künstlerisch zu betätigen.


Religiöse Fragen sind in der Montessori-Pädagogik ein wichtiger Bestandteil der Kosmischen Erziehung.  Alle Jugendlichen haben Fragen zu Gott und der Welt, zu Werten und Normen. Mit Hilfe von Elternhaus und Schule müssen sie ihren eigenen Weg im Zusammenleben in der Gesellschaft, mit verschiedenen  Ethnien und Kulturen finden und dabei lernen, Toleranz und Empathie gegenüber dem Fremden zu üben. Neben dem konfessionsgebundenen Religionsunterricht bzw. dem Ethikunterricht sind die verschiedensten ethischen Themen  regelmäßiger Bestandteil  des  täglichen  Gespräches im Morgenkreis  bzw. im Klassenrat.



Da das Erlernen spezieller handwerklicher Techniken in der weiterführenden Montessorischule zur Vorbereitung auf das Berufsleben an Bedeutung gewinnt, stehen den Jugendlichen im Werkunterricht geeignete Werkräume zur Verfügung, in denen sie durch eine Fachkraft Unterstützung erfahren. Durch die Aufteilung in Gruppen von halber Klassenstärke kann die Werklehrkraft unter Berücksichtigung des Lehrplans auf die individuellen Interessen und Fähigkeiten der Schüler eingehen.



Ab Klasse 7 besuchen die Jugendlichen einmal wöchentlich den Hauswirtschaftsunterricht, der in der Schulküche der örtlichen Mittelschule stattfindet. Ebenfalls in Halbgruppen erlernen sie hier bei einer Fachlehrkraft die Grundlagen einer gesunden Ernährung, planen Gerichte, erstellen Menüs, kalkulieren die Zutaten und bereiten sie unter Berücksichtigung hygienischer Maßnahmen selbst zu. Dabei ist Konzentration und Teamgeist beim Zubereiten gefragt, aber auch die Freude und der Genuss beim abschließenden, gemeinsamen Essen an einer von ihnen gedeckten Tafel kommt nicht zu kurz.



Ebenfalls ab der 7. Schulstufe bekommen die Schüler Unterricht in Informatik. Lehrplanorientiert erlernen sie in kleinen Gruppen parallel zur Freiarbeit zunächst das 10-Finger-Tastschreiben, später das Erstellen und Gestalten von Dokumenten unterschiedlichster Art und den Umgang mit dem Internet.

Außerdem steht den Jugendlichen in jedem Klassenraum mindestens ein Computer zur Verfügung, den sie zum Einholen von Informationen, zum Verfassen und Gestalten schriftlicher Arbeiten oder zur Pflege unterrichtsrelevanter Kontakte benutzen können.



Sportunterricht (siehe „Nachmittag“)